Es pulsiert, es pocht, es hämmert.

Es pulsiert, es pocht, es hämmert. Meist auf einer Seite des Kopfes.
Licht, Lärm und Bewegung verschlimmern den Schmerz.
Schwindel oder Übelkeit bis hin zum Erbrechen.
Blitze zucken im Gehirn – auch bekannt als „Aura sehen“.

Alle Betroffenen wissen genau, wovon wir hier reden bzw. schreiben. Migräne ist nach dem Spannungskopfschmerz die zweithäufigste Schmerzform von mehr als 220 verschiedenen bisher beschrieben Arten von Kopfschmerzen. Auch Kinder und Jugendliche können davon betroffen sein. Sie zählt zu den chronischen Schmerzerkrankungen und wird in der Schulmedizin als neurologische Erkrankung gesehen. Migräne kann nicht geheilt, zumindest aber gemildert werden.

In der Naturheilkunde gibt es gute Ansätze die Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken zu reduzieren und die Wirkung der schulmedizinischen Akutmedikation zu verbessern. Dabei spielen nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle:

  • Leichtes Ausdauertraining, mehrmals pro Woche
  • Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Geregelter Tagesrhythmus mit geregelten Schlafzeiten
  • Stressmanagement, wenn nötig / möglich mit einer Beratung / Therapie zum veränderten Umgang mit Belastungssituationen

Im Zusammenhang mit Migräneattacken werden von Betroffenen häufig bestimmte Auslöser bzw. Trigger, wie Stress, Hormonschwankungen im Zyklusverlauf, unregelmäßiges Essen, das Wetter und unregelmäßiger Schlaf, benannt. In Bezug auf Nahrungsmittel als Migräneauslöser liegen widersprüchliche Daten für den Einfluss von Histamin und Geschmacksverstärkern vor. Deutliche Belege gibt es hingegen für eine Dehydrierung sowie Alkoholkonsum und Koffeinentzug.

Da Ursachen und Auslöser nicht restlos geklärt sind, geht man am besten von einem multikausalen Ansatz aus, wobei der Beitrag der einzelnen Faktoren individuell verschieden sein kann. Daher machen entsprechende Laboruntersuchungen Sinn:

  • Vitalstoffe: B-Vitamine, Coenzym Q10, Magnesium, Selen, generell Spurenelemente und Schwermetalle und Aluminium (Blut)
  • Mitochondriendiagnostik (BHI = Bioenergetischer Gesundheitsindex; Blut)
  • Oxidativer Stress und v.a. nitrosativer Stress (Blut)
  • Schwermetall Provokationstest (Urin)
  • Serotonin (Urin)
  • Nahrungsmittelintoleranzen (IgE, IgG; Blut)
  • Darmparameter, v.a. Leaky Gut (Stuhl)

Phytotherapie:

Für die Migräneprophylaxe wird das Mutterkraut (Tanacetum parthenicum) in einer Dosierung von 50-150 mg pro Tag empfohlen.

Weidenrinde wirkt bei Kopfschmerzen ähnlich wie Aspirin. Auch Mädesüß enthält schmerzlindernde Salicylate.
Vor oder zu Beginn der Migräneattacke kann das Auftragen und Einmassieren von Pfefferminzöl auf die Stirn und Schläfenregion hilfreich sein.

Orthomolekulare Therapie:

Auch die orthomolekulare Medizin bietet einige Therapieoptionen für MigränepatientInnen.

Magnesium (in einer Dosierung von 300-900 mg pro Tag) und Vitamin B2 (2 x 200 mg) sowie

Omega-3-Fettsäuren (1-2 g pro Tag)

Daneben können nach klinischer Erfahrung Gaben von Tryptophan (3 x 500 mg), Vitamin B6 (10-50 mg) und Zink (10-40 mg) sinnvoll sein.

Mykotherapie:

Alles was zur Durchblutungsförderung der Gefäße (wichtig für die Kopfgefäße) beiträgt, kann hilfreich sein, insbesondere bei Verspannungskopfschmerz, aber auch bei Migräne. Daher empfehlen sich aus dem Reich der Vitalpilze Shiitake und Reishi. Shiitake wird in der TCM u.a. bei Kopfschmerz eingesetzt. Auch der Auricularia verbessert die Durchblutung bzw. die Fließeigenschaft des Blutes.